Montag, 6. August 2012

Nob Hill

Heute bin ich nach der Arbeit noch ein bißchen durch Nob Hill spaziert. Das Viertel liegt südlich von Russian Hill auf dem - wer hätte es gedacht - Nob Hill. Dieser ist übrigens der höchste Hügel von San Francisco.

Nob Hill ist eins der besseren Viertel der Stadt, wenngleich nicht mehr so mondän wie früher. Viele Reiche und Berühmte (wie etwa die Besitzer der Eisenbahnlinien) bauten im 19. Jahrhundert hier ihre Villen, leider wurden die meisten bei dem Erdbeben und dem Feuer von 1906 zerstört. Danach wanderten die meisten Bewohner nach Pacific Heights und Cow Hollow ab, dies sind nun die Nobelviertel von San Francisco.

Auf den Ruinen der alten Villen auf der Spitze des Nob Hills wurden jedoch nicht weniger prachtvolle Bauten errichtet, die nun teure Hotels beherbergen.

The Fairmont


The Mark Hopkins Intercontinental

The Huntington


Einzig die ehemalige Flood-Villa (James Flood war im 19. Jahrhundert einer der 100 reichsten Männer der USA) ist bis heute erhalten geblieben, darin befindet sich mittlerweile der Pacific-Union Club, ein sog. Private Social Club für Männer. Whiskey, Zigarren und Nutten Business, vermute ich mal ;-)

Pacific-Union Club, ehemals die Flood-Villa



Aber auch sonst ist Nob Hill ein echt schönes Viertel.




Man beachte, wie schön die Balkone von unten sind



Ich mag den Kontrast

Ist das ne Hammerfarbe, oder was?

Auch neue Häuser werden mit Erkern gebaut


Der Huntington Park liegt auf der Spitze des Hügels... in dem sich scheinbar alle Hundebesitzer des Viertels treffen ;-)

Im Hintergrund der Pacific-Union Club von der Seite




Und außerdem ein Wahrzeichen von Nob Hill - die Grace Cathedral. Die Kirche wurde erst nach dem Erdbeben von 1906 gebaut, die Bauarbeiten dauerten dabei bis in die 60er Jahre. Dafür wurde sie "erdbebenfest" gebaut.





Leider konnte ich nicht reingehen, weil sie schon geschlossen hatte. Vielleicht schaffe ich das ein andermal...

Mein Büro von außen

Hier im wunderschönen 16. Stock arbeite ich...

Samstag, 4. August 2012

Soccer vs. Baseball

Ich hab gestern mit einer Kollegin über mein erstes Baseball-Spiel geredet. Sie selbst findet Baseball total langweilig, ist dafür aber ein totaler Fußballfan.

Ihr Kommentar zu Fußball: Das ist so spannend und dauernd passiert irgendwas, immer hat man was zu gucken. Nicht wie beim Baseball, wo sich stundenlang nichts tut...

Hihi, kommt euch das irgendwie bekannt vor? ;-)

Fishermans Wharf und Pier 39

Eine der Hauptattraktionen neben der Golden Gate Bridge ist Fishermans Wharf, das Hafenviertel von San Francisco. Unverständlicherweise, wie ich hinzufügen muss.



An der Fishermans Wharf gibt es Restaurants (hauptsächlich natürlich Seafood), Snacks und die typischen Touristenläden (T-Shirts, Postkarten etc.) und einen zugegebenermaßen wundervollen Blick auf die Bay - und Massen an Touristen ;-)





Außerdem wirbt die Stadt mit etwas fragwürdigen Attraktionen wie etwa einer alten Konservenfabrik, einem Wachsfigurenmuseum (ein mehr als müder Abklatsch von Madame Tussauds und den Bildern nach eher ein Gruselkabinett, da die häßlichen Exponate optisch eigentlich nichts mit ihrem jeweiligen Vorbild zu tun haben) und einer alten Schokoladenfabrik (könnte reizvoll sein, ist es aber leider nicht). Außerdem ist hier Pier 39, die Hauptansammlung von Touristen-Nepp-Läden...

Von Fishermans Wharf fahren auch die Fähren nach Sausalito, Tiburon und nach Alcatraz ab, Pier 41 glaub ich.

Interessant und sehenswert sind allerdings meistens die Straßenkünstler, da ist vom obligatorischen Karikaturisten über Zauberer bis Musiker und Breakdancer und Artisten eigentlich alles dabei. Wenige gut, die meisten eher schlecht ;-) Einer zum Beispiel sitzt einfach nur da und trommelt wie wild und völlig ohne Rhythmus auf eine Blechtrommel ein. Die ganze Zeit, ohne Pause.

Oder Superman, der im Kostüm auf so komischen Stelzendingern einfach nur rumsteht und Geld dafür haben will, dass man ihn fotografieren darf.

Wie man sieht, hab ich nicht bezahlt ;-)

Aber wie´s scheint, haben sie alle ihr Auskommen, denn ich sehe die alle jedesmal, wenn ich dort bin... was zugegebenermaßen auch öfter ist, als man meinen könnte.

Aber zu meiner Verteidigung: Cold Stone ist dort! Und Aldi ;-)

Hier noch ein paar Bilder vom Pier 39...


Die berühmten Seehunde von Pier 39




 


Die Erdbeeren sehen hammerlecker aus - kosten aber leider 12,99 $ das Pfund!


Lauf, Forrest, lauf! Oder nimm gleich die Rolltreppe...


Quintessenz: Irgendwie muss man es wohl mal gesehen haben, aber es gibt definitiv wesentlich schönere Plätze in San Francisco.

Mittwoch, 1. August 2012

Sonnenuntergang an der Bay



Seht ihr die Golden Gate Bridge?

Dienstag, 31. Juli 2012

Giants vs. Dodgers

Wie ich ja bereits erzählt habe, war ich am Samstag im At & T Park, um das Baseball-Spiel anzuschauen.
Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Es war großartig!

Meine Befürchtung wegen der Länge des Spiels war völlig überflüssig, denn die Zeit (immerhin dreieinhalb Stunden) verging wie im Flug. Anders als zum Beispiel beim Fußball passiert beim Baseball ja ständig was, daher hat man die ganze Zeit was zu gucken.

Ich hatte mir die Regeln ja vorher durchgelesen und das Spiel auch so halbwegs verstanden, natürlich gab es dann live im Stadion trotzdem etliche Situationen, die ich überhaupt nicht kapiert hab ;-) Aber zum Glück waren ja jede Menge mit Baseball aufgewachsene Amerikaner da, die mich gern und ausführlich aufgeklärt haben.

Aber vielleicht fange ich mal am Anfang an, das Stadion von außen.




Der Andrang war groß.


Zum Glück konnte ich mit meiner Karte durch den VIP Eingang gehen, da war wesentlich weniger los und ich war schon echt spät dran - dank der Busse in San Francisco. Da kriegte man auch Gratis-Nüsschen und Baseballkarten ;-)

Ich hab mich dann auf den Weg zu der Box gemacht, mich natürlich erstmal verlaufen und bin in der Food Corner gelandet. Auch nicht schlecht, aber eine sehr nette Dame riet mir, lieber erst mal in der Box zu schauen, denn da gäbe es meistens Gratis-Essen. Ahaaa! Sie hat mir dann auch gleich noch erklärt, wie ich zu der gesuchten Box komme.

Naja, der Aufzug-Guy hat es mir dann nochmal erklärt und irgendwann hatte ich die Box dann auch endlich gefunden ;-)

Gleich neben der Box von den Google Typen ;-)

Und für alle, die wie ich noch nie in so einer Privat-Suite (wie die Box offiziell heißt) in einem Baseball-Stadion waren, hier die Fotos:

Der Blick von der Tür aus
Links war die Küche, es gab leckere Hotdogs, Kartoffelsalat...

... diverse Getränke...

... Obst...

... Erdnüsse und Chips mit Guacamole.
Ich brauche wohl nicht hinzuzufügen, dass alle die ganze Zeit nur am essen waren ;-) Lecker wars aber auch!

Mein Hotdog mit Kartoffelsalat.
Übrigens gibts beim Baseball keinen Anpfiff - deshalb hab ich den Anfang auch direkt mal gepflegt verpasst, weil ich grade woanders hingeguckt hab ;-) Nunja, kann passieren. Der Anblick war aber auch einfach atemberaubend!


Das Stadion ist ganz malerisch direkt an der Bay gelegen - die Schiffe warten übrigens auf einen verirrten Ball ;-)

Und plötzlich waren die schon mittendrin! Hier sieht man sogar den Ball (= kleiner, weißer Punkt) fliegen!


Leinwand mit Zusatzinfos
Auf dieser Leinwand wurden während des Spiels Infos zu den Spielern und alles Mögliche eingeblendet. Zwischen den Innings kamen dann Geburtstagswünsche und sogar ein Heiratsantrag! Ungeschickterweise wurde direkt im Anschluß der Preis für so eine Tafelanzeige gezeigt, ab munteren 40.000 $ ist man(n) dabei...
Ganz ehrlich, für das Geld hätt ich doch einen riesenmördergroßen Diamantklunkerverlobungsring gekauft statt einer blöden 10-Sekunden-Anzeige "Kelly! I love you - will you marry me? Brian". Diamonds are bekanntlich forever ;-)
Aber gut, Geschmäcker sind verschieden, leider habe ich nie erfahren, was aus Kelly und Brian geworden ist...

Natürlich wollte ich aber auch das bunte Treiben außerhalb der Box mitkriegen, daher bin ich dann in der Mitte des Spiels (als klar war, dass die Giants sich nicht grade mit Ruhm bekleckern) mal nach unten. Da sahs dann so aus:

So sah das Spiel von den unteren Plätzen aus, auch nicht schlecht.

Jede Menge Kanus und Schwimmer (!) - man beachte auch die drei Herren im Schwimmring - warten auf weit geschlagene Bälle - diesmal leider vergeblich, ich hätte sie sehr gern hektisch paddeln sehen ;-)

Natürlich darf auch eine Cable Car im Stadion nicht fehlen


Und Essen. Essen ist wichtig!

So siehts dann von den billigsten Plätzen aus aus. Hm ja. Allerdings wurde mir gesagt, dass hier meist die enthusiastischsten Fans mitfiebern ;-)


Es gefiel mir ausgesprochen gut, dass es hier nicht nur um das Baseball-Spiel ging. Hier kommen ganze Familien mit kleinen Kindern ins Stadion, einfach um einen schönen Nachmittag zu verbringen. Das Stadion ist recht weitläufig, da gibt es Bänke, eine Rutsche (in der Cola-Flasche!) und jede Menge Platz zum Rumspazieren. Viele Leute haben nicht mal das Spiel geschaut, sondern sich einfach mit Freunden getroffen, zum Quatschen, in der Sonne sitzen und die Atmosphäre genießen.

Ich bin ja nun beileibe kein Stadiongänger, aber die wenigen die ich in Deutschland gesehen habe, erschienen mir eher als graue, schmucklose Zweckbauten, zumindest von innen. Hier ist die ganze Stimmung ganz anders, alle freuen sich, haben Spaß, es gibt keine Aggressivität, keine Hooligans. Ich hab hier Giants- und Dodgers-Fans Arm in Arm feiern sehen.

Man merkt  vielleicht, dass ich wirklich Spaß hatte und das ganze Ereignis mich beeindruckt hat.

Zwischendurch allerdings kam ich mir immer wieder vor, als sei ich in einen amerikanische Film geraten, weil mir vieles so bekannt vorkam. Zum Beispiel diese typische Orgel, die im Stadion immer spielt - die gibts wirklich. Und sie klingt genau wie im Film ;-)

Leider haben die Giants das Spiel 0:10 verloren - anscheinend sind sie sonst aber ein wirklich gutes Team, wurde mir jedenfalls versichert.

Die Sieger haben sich dann selbst auf dem Spielfeld beglückwünscht und abgeklatscht, die Giants sind einfach sang- und klanglos in der Umkleide verschwunden. Ist hier so üblich...



Als ich dann etwas später aus dem Stadion kam, standen an einem Tor auffällig viele Leute. Das war das Tor, wo die Spieler später rauskamen und viele wollten sich Autogramme holen. Vor allem viele leicht bekleidete, junge Frauen waren da zu sehen. High-Heels, Hotpants mit rausguckendem Neon-Tanga, bauchfrei und tief ausgeschnitten, wild wehendes Haar - da wurden alle Register gezogen ;-) In der Hand natürlich immer zwei Bälle - zum Signieren!