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Freitag, 24. August 2012

Goodbye San Francisco

Nun ist es soweit - der letzte Abend in San Francisco. Ganz ehrlich, mein Herz ist unglaublich schwer.

Die letzten Tage mit M. waren natürlich total schön und wir haben unheimlich viel unternommen, daher auch so wenig (nämlich keine) Blogeinträge. Ich bin einfach nicht dazu gekommen.

Aber ich gebe euch mal einen kurzen Abriß ;-) Posts folgen dann! Jedenfalls soweit ihr die Unternehmungen nicht schon von mir kennt

Montag: M. kommt an.

Dienstag: Fishermans Wharf, Cable Car fahren, Pier 39, Cold Stone (!), Coit Tower, Ferry Building, Financial District, Chinatown - der Tag endete beim Chinesen um die Ecke ;-) Sehr lecker...
Die Bilder sind leider mit dem iPhone gemacht und ein bißchen verwackelt.

Shanghai Spring Rolls

Gyoza

General Tsao´s Chicken

Beef Szechuan


Mittwoch: wir haben uns Fahrräder gemietet und sind von der Fishermans Wharf an der Bay entlang bis zur Golden Gate Bridge gefahren, dann über die Brücke und rüber nach Sausalito und dann mit der Fähre (samt Fahrrad) zurück... Klingt anstrengend, war es auch ;-)

Donnerstag: Tour nach Alcatraz! War das supercool!!! Hierzu wird es natürlich bald einen eigenen Post geben, das hat echt Spaß gemacht und war sehr beeindruckend. Abends waren wir peruanisch im Limon in der Mission essen. Und ich wette, es gab in dem ganzen Laden keinen einzigen Peruaner, die sahen alle verdächtig mexikanisch aus ;-) Aber lecker wars trotzdem!

Freitag (heute sozusagen): amerikanisches Frühstück bei Lori´s Diner, ein bißchen Shopping, Waschsalon, Koffer packen und heute abend waren wir dann mit einer sehr netten Kollegin (derjenigen, die die Cocktailparty für uns geschmissen hat) und ein paar weiteren Leuten hier in der Neighbourhood nett essen.

Hach! Hab ich schon gesagt, dass ich sehr traurig bin, dass ich San Francisco morgen verlassen muss? Es stimmt absolut, wenn alle sagen (jetzt mal auf deutsch): Wenn du einmal in San Francisco warst, dann läßt du dein Herz dort.

Freitag, 17. August 2012

Letzter Tag in der Kanzlei

Heute ist mein letzter Tag in der Kanzlei.

Ich muss sagen, dass ich schon ganz schön traurig bin, die Zeit ging viel zu schnell rum und bald "muss" ich wieder nach Hause.
San Francisco ist einfach eine wirklich tolle Stadt, die ich sehr ungern verlasse. Ich weiss aber jetzt schon, dass ich auf jeden Fall zurückkommen werde!

So, genug rumgeheult ;-)

Meine Cupcake-Party gestern war toll, es gab haufenweise Mini-Cupcakes verschiedener Geschmacksrichtungen wie etwa Salted Caramel, Vanille, Schoko, Erdbeer, Lemon, Red Velvet und Käsekuchen. Yammy!

Leider war ich von meinem ebenso leckeren Lunch mit einem der Senior Counsel in einem der Top-Restaurants von San Francisco (logo, drunter machen die es hier ja nicht!) noch total satt. Aber ich will mich mal nicht beschweren!

Zurück zur Cupcake-Party - Es kamen echt viele Leute vorbei, um sich zu verabschieden. Das hat mich wirklich gefreut, ich sah mich nämlich gedanklich schon einsam inmitten von Tausenden Cupcakes in dem riesigen gläsernen Meeting Room stehen und keiner kommt.

Aber so wars ja nicht, alle waren total nett und wünschten mir alles Gute, meinten ich solle sie auf jeden Fall nochmal besuchen kommen und überhaupt müsste ich doch gar nicht weggehen ;-)
Meine Sekretärin meinte, ich wäre die beste Chefin, die sie je hatte - weil ich ihr nämlich quasi nie was zu tun gegeben habe *g*
Zwischendurch wurde ich sehr liebevoll gedrückt und geherzt, mitunter von Leuten, die ich da eigentlich das erste Mal bewusst wahrgenommen hab. Aber was solls ;-)

Meine Projekte habe ich auch alle schon abgeschlossen, also habe ich heute nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun... außer natürlich auf meinen Abschiedslunch und die Happy Hour zu warten ;-)

Ach ja, und ein Exit Interview muss ich noch führen - bin mal gespannt, was darunter zu verstehen ist.

Dienstag, 14. August 2012

Abschiedsmarathon

Diese Woche ist ja für mich die letzte Woche in der Kanzlei, weil ich die letzten beiden Wochen im August Urlaub habe.

Bereits gestern verabschiedete sich der Post-Guy von mir, ein sehr sehr netter Typ, dessen Namen ich leider nie erfahren habe. Mit dem hab ich in der ganzen Zeit immer mal drei Worte gewechselt (höchstens!), mal Hallo gesagt auf dem Flur, gemeinsam das Wetter diskutiert (in SF immer ein Thema!) usw. Trotzdem kam er gestern extra bei mir vorbei, drückte mir höchst feierlich die Hand und verkündete, was es für eine Freude gewesen sei, mit mir zu arbeiten!

Und ich darauf etwas verwirrt: "Hm, ja danke, äh, gleichfalls?!" Und in Gedanken "Wie, mit mir arbeiten, der hat mir EIN mal einen Brief gegeben! WTF?"

Zum Glück bin ich ja mittlerweile auch richtig gut im typisch amerikanischen Small Talk (ich erwische mich sogar dabei, wie meine Stimme nach oben geht, wie bei meinen anderen weiblichen Kolleginnen - damn!) und so konnten wir uns ein paar Minuten lang gegenseitig versichern, WIE schön es war, miteinander zu arbeiten ;-)
Seinen Namen weiß ich immer noch nicht, schien mir auch irgendwie ein blöder Zeitpunkt zu fragen.

Heute war ich außerdem zum Abschied mit ein paar Kollegen koreanisch essen, Abschiedslunch. Hui, war das wieder lecker - ich arbeite mich hier immer von Lunch zu Lunch durch ;-)

Am Donnerstag bin ich dann nochmal mit ein paar deutsch radebrechenden sprechenden Kollegen zum Abschiedslunch verabredet und es gibt dann nachmittags noch eine Farewell-Cupcake-Party, wo sich alle von mir verabschieden können.

Freitag dann nochmal Abschiedslunch mit meiner Chefin und ein paar anderen Partnern. Und abends Farewell-Happy Hour, wo sich nochmal alle von mir verabschieden können, die das am Donnerstag noch nicht gemacht haben.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, die wollen sichergehen, dass ich auch WIRKLICH abhaue ;-)

Donnerstag, 9. August 2012

Cocktailparty

Letzte Woche war ich ja auf einer Cocktailparty. Eine Kollegin aus der Kanzlei hatte diese zu Ehren der Summer Associates (und mir) ausgerichtet. Es war also keine offizielle Kanzleiveranstaltung, aber trotzdem waren natürlich nur Kollegen da ;-)

Besagte Kollegin lebt mit ihrem Mann (auch Jurist, ist richtig inzestuös hier) in einer wirklich tollen Wohnung nur ein paar Blocks von mir entfernt. Sie hatte uns alle vorgewarnt, dass sie zwei Hunde und eine Katze hat – wegen Allergien.

Besagte Hunde begrüßten uns alle auch äußerst euphorisch, als wir ankamen. Ich glaube, ich hab es bereits ein bis zwölfmal erwähnt: die Amis stehen total auf Hunde!

Entsprechend begeistert begrüßten sie auch diese zwei, einen Cocker Spaniel und einen Dackel. Alle Frauen begannen wie auf Kommando in den höchsten Tönen zu quietschen und zu kreischen: "oooooh, so cute" und "give me a kiss, you cute little puppie". Das war so schrill, das konnten echt fast nur noch Hunde hören. Was ja in dem Fall auch ganz passend war…

Nur ich stand etwas hölzern, still und fast taub in der Mitte, schön die Hände nach oben, damit die blöden Köter süßen Hunde mir nicht die Hände ablecken. Wer es noch nicht wusste, errät es spätestens jetzt – ich find Hunde nicht so toll.

Nunja, irgendwann konnten wir dann auch endlich reingehen, dabei musste man ständig aufpassen, nicht auf die Hunde zu treten, weil die einem ja dauernd zwischen den Beinen rumwuselten. Ich hab dann einen unbeobachteten Moment genutzt und hab dem Cocker Spaniel auf deutsch in grimmigem Ton gesagt, dass er mich gefälligst in Ruhe lassen soll. Und was soll ich sagen: das schlaue Tier konnte deutsch und ließ mich den Rest des Abends in Ruhe ;-) Dem Dackel hat er’s scheinbar auch weitergesagt. Es waren ja genug Leute da, die sich andauernd auf diese Hunde gestürzt haben.

Die Katze (wobei, es war ein Kater – Pippin) hingegen blieb von allen weitgehend unbeachtet. Erstens, weil kein Hund und zweitens, weil meine Kollegin uns auch warnte, dass der Kater beißt und kratzt.

Manch todesmutiger Kollege traute sich trotzdem, Pippin anzufassen. Und da war mir dann auch klar, warum der arme Kater beißt. Ständig musste er sich diese “Hundestreicheleinheiten” gefallen lassen. Ich nenns jetzt mal so in Ermangelung eines besseren Begriffs. Aber ihr kennt das, Hunde kann man halt was gröber anfassen. Da nimmt man den Kopf zwischen beide Hände und rubbelt das Tier ein bisschen durch, dass die Ohren schlackern. Oder klopft dem Hund mal kräftig auf die Flanke.

Tja. Katzen mögen das nicht so. Um genau zu sein, finden sie es ziemlich ätzend. Und immer wenn mal wieder ein Kollege die Katze malträtierte, bekam er schön mit den Krallen eins über. Irgendwann hats dann auch keiner mehr versucht ;-)

Ich hingegen, ich alter Katzenflüsterer, ging zu Pippin, ließ ihn mich erst mal begutachten, beschnuppern und streichelte ihn dann ganz normal, wie man halt ne Katze streichelt. Sanft. Vorsichtig, ein bisschen kraulen. Und ab dann waren wir Freunde ;-) Pippin ließ sich schnurrend den Bauch kraulen, während ich ihm auf deutsch erzählte, dass er ja sowieso viel toller als die zwei Hunde ist und die anderen das nur nicht wissen… Hihi.

Meine Kollegin hatte sich richtig Mühe gegeben. Die ganze Wohnung war dekoriert mit Fotos von San Francisco. Und sie liebt Desserts, daher hatte sie ganz viele verschiedene Desserts und süße Leckereien gemacht. Hach ja, das ist meine Welt ;-)

Außerdem gabs noch andere Kleinigkeiten wie Oliven, Käse, Chips, Datteln und so. Und natürlich Getränke.

Als erstes bekam jeder ein Glas Sangria. Die war lecker, hatte es aber in sich, denn sie bestand nur aus Rotwein und Whiskey. Und Apfelstückchen ;-) Nach einem Glas war ich schon ganz schön beschickert, denn wir hatten ja nur diese Kleinigkeiten als Abendessen… huijui.

Nach der Sangria gabs dann Weiß- oder Rotwein, schön stilecht mit Eiswürfeln drin! Amis!!!

Übrigens haben wir natürlich die ganze Zeit gestanden, mitten im Wohnzimmer haben wir rumgestanden. Obwohl da eine sehr einladend aussehende Riesencouch stand… scheinbar nur Deko. Aber da ich das ja wusste, hatte ich in weiser Voraussicht Ballerinas angezogen. Die anderen Damen, die zunächst noch auf ihren High Heels rumstanden, zogen dieselbigen dann so nach und nach aus. Irgendwann war ich dann die einzige Frau in Schuhen ;-)

Ich war übrigens wie so oft auch die einzige Frau in Hosen. Keine Ahnung, warum, aber die Mädels hier ziehen einfach immer und ständig Kleider an. Jeden Tag, zu jeder Gelegenheit. Außer beim Skydiving ;-)

Die Summer Associates und ich sind sogar richtig lange geblieben, für amerikanische Verhältnisse. Es ging um sieben los, Punkt neun waren alle anderen Gäste durch die Tür und wir blieben bis 11. Es war richtig lustig… und wir haben sogar Goodie Bags bekommen! Von der Kanzlei gefüllt, also Kugelschreiber, Notizblock usw. mit Firmenlogo. Trotzdem nett.

Das war also meine erste amerikanische Cocktailparty!

Dienstag, 31. Juli 2012

Giants vs. Dodgers

Wie ich ja bereits erzählt habe, war ich am Samstag im At & T Park, um das Baseball-Spiel anzuschauen.
Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Es war großartig!

Meine Befürchtung wegen der Länge des Spiels war völlig überflüssig, denn die Zeit (immerhin dreieinhalb Stunden) verging wie im Flug. Anders als zum Beispiel beim Fußball passiert beim Baseball ja ständig was, daher hat man die ganze Zeit was zu gucken.

Ich hatte mir die Regeln ja vorher durchgelesen und das Spiel auch so halbwegs verstanden, natürlich gab es dann live im Stadion trotzdem etliche Situationen, die ich überhaupt nicht kapiert hab ;-) Aber zum Glück waren ja jede Menge mit Baseball aufgewachsene Amerikaner da, die mich gern und ausführlich aufgeklärt haben.

Aber vielleicht fange ich mal am Anfang an, das Stadion von außen.




Der Andrang war groß.


Zum Glück konnte ich mit meiner Karte durch den VIP Eingang gehen, da war wesentlich weniger los und ich war schon echt spät dran - dank der Busse in San Francisco. Da kriegte man auch Gratis-Nüsschen und Baseballkarten ;-)

Ich hab mich dann auf den Weg zu der Box gemacht, mich natürlich erstmal verlaufen und bin in der Food Corner gelandet. Auch nicht schlecht, aber eine sehr nette Dame riet mir, lieber erst mal in der Box zu schauen, denn da gäbe es meistens Gratis-Essen. Ahaaa! Sie hat mir dann auch gleich noch erklärt, wie ich zu der gesuchten Box komme.

Naja, der Aufzug-Guy hat es mir dann nochmal erklärt und irgendwann hatte ich die Box dann auch endlich gefunden ;-)

Gleich neben der Box von den Google Typen ;-)

Und für alle, die wie ich noch nie in so einer Privat-Suite (wie die Box offiziell heißt) in einem Baseball-Stadion waren, hier die Fotos:

Der Blick von der Tür aus
Links war die Küche, es gab leckere Hotdogs, Kartoffelsalat...

... diverse Getränke...

... Obst...

... Erdnüsse und Chips mit Guacamole.
Ich brauche wohl nicht hinzuzufügen, dass alle die ganze Zeit nur am essen waren ;-) Lecker wars aber auch!

Mein Hotdog mit Kartoffelsalat.
Übrigens gibts beim Baseball keinen Anpfiff - deshalb hab ich den Anfang auch direkt mal gepflegt verpasst, weil ich grade woanders hingeguckt hab ;-) Nunja, kann passieren. Der Anblick war aber auch einfach atemberaubend!


Das Stadion ist ganz malerisch direkt an der Bay gelegen - die Schiffe warten übrigens auf einen verirrten Ball ;-)

Und plötzlich waren die schon mittendrin! Hier sieht man sogar den Ball (= kleiner, weißer Punkt) fliegen!


Leinwand mit Zusatzinfos
Auf dieser Leinwand wurden während des Spiels Infos zu den Spielern und alles Mögliche eingeblendet. Zwischen den Innings kamen dann Geburtstagswünsche und sogar ein Heiratsantrag! Ungeschickterweise wurde direkt im Anschluß der Preis für so eine Tafelanzeige gezeigt, ab munteren 40.000 $ ist man(n) dabei...
Ganz ehrlich, für das Geld hätt ich doch einen riesenmördergroßen Diamantklunkerverlobungsring gekauft statt einer blöden 10-Sekunden-Anzeige "Kelly! I love you - will you marry me? Brian". Diamonds are bekanntlich forever ;-)
Aber gut, Geschmäcker sind verschieden, leider habe ich nie erfahren, was aus Kelly und Brian geworden ist...

Natürlich wollte ich aber auch das bunte Treiben außerhalb der Box mitkriegen, daher bin ich dann in der Mitte des Spiels (als klar war, dass die Giants sich nicht grade mit Ruhm bekleckern) mal nach unten. Da sahs dann so aus:

So sah das Spiel von den unteren Plätzen aus, auch nicht schlecht.

Jede Menge Kanus und Schwimmer (!) - man beachte auch die drei Herren im Schwimmring - warten auf weit geschlagene Bälle - diesmal leider vergeblich, ich hätte sie sehr gern hektisch paddeln sehen ;-)

Natürlich darf auch eine Cable Car im Stadion nicht fehlen


Und Essen. Essen ist wichtig!

So siehts dann von den billigsten Plätzen aus aus. Hm ja. Allerdings wurde mir gesagt, dass hier meist die enthusiastischsten Fans mitfiebern ;-)


Es gefiel mir ausgesprochen gut, dass es hier nicht nur um das Baseball-Spiel ging. Hier kommen ganze Familien mit kleinen Kindern ins Stadion, einfach um einen schönen Nachmittag zu verbringen. Das Stadion ist recht weitläufig, da gibt es Bänke, eine Rutsche (in der Cola-Flasche!) und jede Menge Platz zum Rumspazieren. Viele Leute haben nicht mal das Spiel geschaut, sondern sich einfach mit Freunden getroffen, zum Quatschen, in der Sonne sitzen und die Atmosphäre genießen.

Ich bin ja nun beileibe kein Stadiongänger, aber die wenigen die ich in Deutschland gesehen habe, erschienen mir eher als graue, schmucklose Zweckbauten, zumindest von innen. Hier ist die ganze Stimmung ganz anders, alle freuen sich, haben Spaß, es gibt keine Aggressivität, keine Hooligans. Ich hab hier Giants- und Dodgers-Fans Arm in Arm feiern sehen.

Man merkt  vielleicht, dass ich wirklich Spaß hatte und das ganze Ereignis mich beeindruckt hat.

Zwischendurch allerdings kam ich mir immer wieder vor, als sei ich in einen amerikanische Film geraten, weil mir vieles so bekannt vorkam. Zum Beispiel diese typische Orgel, die im Stadion immer spielt - die gibts wirklich. Und sie klingt genau wie im Film ;-)

Leider haben die Giants das Spiel 0:10 verloren - anscheinend sind sie sonst aber ein wirklich gutes Team, wurde mir jedenfalls versichert.

Die Sieger haben sich dann selbst auf dem Spielfeld beglückwünscht und abgeklatscht, die Giants sind einfach sang- und klanglos in der Umkleide verschwunden. Ist hier so üblich...



Als ich dann etwas später aus dem Stadion kam, standen an einem Tor auffällig viele Leute. Das war das Tor, wo die Spieler später rauskamen und viele wollten sich Autogramme holen. Vor allem viele leicht bekleidete, junge Frauen waren da zu sehen. High-Heels, Hotpants mit rausguckendem Neon-Tanga, bauchfrei und tief ausgeschnitten, wild wehendes Haar - da wurden alle Register gezogen ;-) In der Hand natürlich immer zwei Bälle - zum Signieren!

Donnerstag, 26. Juli 2012

Baseball

Juhuuu, ich gehe zu einem Baseballspiel! Endlich!



Am Samstag spielen die San Francisco Giants gegen die L.A. Dodgers (muss hier noch wer an Dodgeball denken?) und ich werde live und in Farbe dabei sein. Gut, die spielen ja quasi andauernd, ist also nix Besonderes, ich freu mich aber trotzdem.

Vor allem, weil es sich hierbei um eine Firmenkarte handelt - ich werde also nicht gemeinsam mit dem Pöbel auf den billigen Reihen das Spiel schauen, sondern ganz luxuriös aus der verglasten Suite mit Catering und so.
Ich bin schon sehr gespannt.

Ein Wermutstropfen (naja, für mich jedenfalls) ist jedoch, dass so ein Baseballspiel 3 Stunden dauert!!! Drei! Ich find ja 90 Minuten Fußball schon immer... laaang. Vielleicht nehm ich was zu Lesen mit ;-)

Apropos Lesen: Die Regeln muss ich mir mal durchlesen, damit ich dem Spiel überhaupt halbwegs folgen kann...

Freitag, 20. Juli 2012

Bowling

Gestern war ich mit ein paar Kollegen bowlen in South of Market. Das war richtig lustig, allerdings war ich bei weitem die schlechteste Bowlerin. In dem ganzen Laden.
Ich weiss nicht warum, aber irgendwie können die Amis halt einfach bowlen. Wieder ein Klischee erfüllt ;-)

Natürlich waren alle sehr zuvorkommend und meinten, dass ich doch gar nicht SO schlecht wäre. Nee, 40 Punkte sind schon grandios, ist klar.

Toll war mal wieder das Essen, was dort aufgefahren wurde. Es gab jede Menge Fingerfood, also zum Beispiel Nachos mit Käse, Guacamole, Salsa usw., Chips, Süßkartoffelpommes, Mini-Käsefondue, kleine Pizzen, Mini-Burger, Sushi... hach ja.

Auf dem Rückweg hab ich mich dann noch schön verlaufen. Normalerweise gucke ich immer vorher online nach, wo die Haltestelle des Busses ist, der mich nach Hause bringt. Das hab ich leider diesmal vergessen. Naja, nicht so schlimm - man hat ja ein iPhone und kann auch unterwegs noch nachgucken. Dachte ich jedenfalls ;-)
Natürlich war dann passenderweise der Akku leer und ich konnte überhaupt nix nachgucken.

Da stand ich also dumm da, guckte mich um, es wurde langsam dunkel, alle Kollegen schon längst weg. Naja, lauf ich halt in Richtung Downtown, da wird schon irgendwo irgendwann ein Bus fahren, war so mein Gedanke.
Einige Blocks später, mittlerweile war es dann dunkel, zermarterte ich mir das Hirn, ob South of Market eigentlich zu den Stadtvierteln gehört, wo man nachts besser nicht mehr rumlaufen soll ;-)

Irgendwann traf ich dann tatsächlich auf eine Bushaltestelle. Natürlich fuhr dort kein Bus, den ich nehmen konnte. Ich stand da also an der Kreuzung etwas rum, um mir zu überlegen, ob ich nun ein Taxi nehme oder noch ein bisschen laufe und drehe mich dabei so ein bisschen rum. Was sehe ich? MEINEN Bus, der klammheimlich und leise (blöde Elektrobusse) HINTER mir über die Strasse schleicht. Ich natürlich die Beine in die Hand genommen und hinterher gerannt. Auf Pumps. Egal.
Zum Glück hielt er an der nächsten Strassenecke an (wo es KEIN sichtbares Zeichen gab, dass dort eine Bushaltestelle ist) und ich konnte einsteigen. Eine Viertelstunde später war ich dann auch schon zuhause.
Ende gut, alles gut ;-)

Mittwoch, 4. Juli 2012

Mein erstes amerikanisches BBQ

Gestern war ich bei einer Kollegin aus der Kanzlei zu meinem ersten amerikanischen BBQ eingeladen. Sie wohnt mit vier oder fünf (das wechselt scheinbar immer) Roommates in einem Haus in Bernal Heights, an der Grenze zum Mission District.

Bereits auf dem Weg dorthin war ich wieder mal sehr froh über mein kleines Apartment in Russian Hill, denn Bernal Heights ist schon ein bißchen weit weg. Da hätte ich einen deutlich längeren Weg zur Arbeit gehabt.

Die Flasche Wein hatte ich übrigens ganz stilecht in einer braunen Papiertüte verpackt, man will ja nicht den Zorn der Gesetzeshüter auf sich ziehen.
Mit der Flasche stand ich dann vor der Tür und klingelte. Keiner macht auf, drinnen wars auch recht ruhig. Ich also nochmal geklingelt. Nichts. Hm, nochmal Straße und Hausnummer kontrolliert, ich war an der richtigen Adresse. Ich wollte grade schon meine Kollegin anrufen, als noch ein Mädel kam. Ich begrüßte sie also und erklärte, dass ich zu M. wolle und niemand aufmacht. Sie darauf "Oh, isn't the door open?", macht einen Schritt an mir vorbei, dreht den Knauf und öffnet die Tür.

Joa, gut. Darauf bin ich nicht gekommen, einfach zu gucken, ob die Tür offen ist...

Drinnen folgte ich dem Mädel, die scheinbar wusste, wo´s langging, einen dunklen, engen Flur entlang. Von dem Flur gingen mehrere Türen ab, die alle offenstanden. Im Vorbeigehen warf ich natürlich neugierig einen Blick hinein, es waren die Schlafzimmer der Bewohner. Und da war ich dann nochmal froh, dass ich mein kleines Apartment für mich hatte. Es herrschte das reine Chaos, in jedem Zimmer!
Nun bin ich ja beleibe kein Ordnungsfanatiker, wirklich nicht - aber das fand selbst ich krass. Die Zimmer waren auch einfach winzig, meist stand mittendrin einfach das Bett und drumrum waren Klamotten, Koffer, und wer Glück hatte auch noch ein Stuhl verteilt.
Durch die Küche (auch hier wieder: Schock! Das soll eine Küche sein?) gings dann hinten raus in den Backyard. Der war dafür sehr schön ;-)
Alle Seiten waren mit Lichterkettennetzen beleuchtet und es gab einen riiiiiiesigen Trompetenbaum, der in voller Blüte stand, deswegen hing der Himmel quasi voller Trompeten. Rundum an den Wänden standen Bänke, natürlich saß darauf niemand.

Das scheint so ein Ami-Ding zu sein, die stehen gern. Das war bisher bei jedem Dinner so, auf dem ich eingeladen war. Man kommt um sechs (hungrig, denn man ist ja zum Essen eingeladen) und steht dann noch bis 9 Uhr mit nem Getränk in der Hand in der Gegend rum, bis man endlich zu Tisch gebeten wird. Um halb zehn hat dann jeder gegessen, dann stehen alle auf und gehen nach Hause.
Beim ersten Mal dachte ich noch, ich hätte irgendein geheimes Zeichen verpasst, denn in Deutschland geht ja dann der gemütliche Teil des Abends meist erst los. Hier geht man dann nach Hause, die Deutschen sind tatsächlich auch als stundenlange Sitzenbleiber verschrien ;-)

Aber ich arbeite fleißig gegen dieses Image an, also habe ich gestern brav in der Gegend rumgestanden und hab Small Talk gemacht. Interessant dabei war, dass eigentlich keiner auf der Party aus Kalifornien kam. Das ist mir auch in der Kanzlei schon aufgefallen, fast niemand stammt tatsächlich aus San Francisco oder wenigstens aus Kalifornien.
Die Gastgeberin selbst kommt aus New Jersey, ich habe Leute aus Kentucky, Montana, Texas, Washington, New York und noch mehr Leute aus New Jersey kennengelernt. Mir wurde erklärt, dass die meisten jungen Leute einfach so schnell wie möglich von Zuhause (meistens wohl irgendein Kuhkaff) weg in die große weite (weiterhin amerikanische) Welt wollen. Spätestens fürs College wird daher mindestens die Stadt, meistens aber auch der Bundesstaat gewechselt. Danach dasselbe nochmal für die University, gestern waren die meisten von Stanford (Palo Alto, CA). Für den Job wird dann meist nochmal umgezogen, und so wird die gesamte amerikanische Bevölkerung während der Ausbildung einmal kräftig durchgemischt ;-)

In einer Ecke des Backyards stand der unvermeidliche Gasgrill, auf dem schon Burger, Hot Dogs und Lachs (wir sind schließlich in Kalifornien) brutzelten. Und ich muss sagen, der Burger war sowas von lecker!

Dafür war das Bier... naja. Zunächst mal bekommt man hier überwiegend Dosenbier, und dann ist es halt amerikanisches Bier. Da hätte ich auch Wasser trinken können. Man holte sich die Bierdosen übrigens ganz stilecht aus einer uralten Kühlkiste, die mit Eis gefüllt war.
Als der Typ, der mir das Bier gab, hörte, dass ich aus Deutschland komme, entschuldigte er sich tausendmal für die Qualität des amerikanischen Biers und dass das bestimmt das schlechteste Bier sei, was ich je trinken werde, weil Deutschland doch ein Bier-Land sei usw. Ich fands natürlich lustig und hab ihn beruhigt, dass es gar nicht so schlimm sei. War es ja auch nicht, nur sehr dünn.
Ich war daher überrascht, als die Amis nach der zweiten Dose zu lallen anfingen... ich hab vier Dosen getrunken und dann langsam mal ein bißchen die alkoholische Wirkung gespürt... Nunja.

Der Höhepunkt der Party war dann die Pinata. Nicht gerade typisch amerikanisch ;-) Aber M. liebt Pinatas und wollte daher auf ihrer Party unbedingt eine haben. Ich habe mich wohlweislich davon ferngehalten, denn ich musste an die unzähligen Home-Videos denken, die man immer bei so Pannenshows sieht ;-) Bei uns ging aber alles gut, das Ding war überraschend hartnäckig, musste zum Schluss aber doch nachgeben.

Überhaupt war die Party erfrischend unpatriotisch, keine Flaggen, keine Anstecker, kein rot-weiss-blaues Essen (normalerweise gibt es Torten in Nationalfarben - hier gabs nur Cupcakes mit grünen Sträuseln), kein "God bless America". Ich war zwar verwundert, aber doch recht froh drüber. Es reicht mir schon, dass immer alle mit Unverständnis reagieren, dass ich NICHT in die USA auswandern möchte.

Als dann etliche Gäste aufbrachen, bin ich natürlich auch gegangen - immer im Kampf gegen die Klischees ;-)

Freitag, 15. Juni 2012

Freitagabend

Wir waren heute Abend im Kino. In der fünften Etage des Westfield Centre befindet sich nämlich ein großes Kino, dort haben wir uns MIB 3 angeguckt. Und ohne zuviel zu verraten: der ist gut! Echt witzig.

Allerdings möchte ich gern mal wissen, wo Tommy Lee Jones herkommt, hat DER vielleicht genuschelt.

Edit: Er kommt aus Texas. War ja klar...