Samstag, 1. September 2012

The Red Devil

Ein Gastbeitrag von M.:

Wie die meisten Leser dieses Blogs schon mitbekommen haben, sind wir seit ca. einer Woche auf den Straßen des Wilden Westens unterwegs. Über die meisten Stationen habt ihr ja schon interessante Dinge lesen dürfen. Leider fehlte bisher ein wichtiges Detail und zwar, wie wir diese Reisestationen erreicht haben. Dazu heute mehr.

Letzten Samstag konnten wir unseren Mietwagen am Flughafen in SFO abholen. Ich nenne ihn liebevoll Red Devil, warum, dazu komme ich später. Gebucht bei Dollar Car Rental über „Emietwagen.de“. Die Abholung selbst war seeehr unspektakulär, der gelangweilte Mitarbeiter sah die Buchung, versuchte uns wie gewöhnlich Upgrades und unnütze Versicherungen aufzuschwartzen, an dieser Stelle sei erwähnt, dass alle Mietwagen die aus D gebucht werden, alles Notwendige schon inklusive haben (Vollkasko usw.), wir haben es geschafft, zu jedem seiner Versuche NEIN zu sagen. Am Ende habe ich dann noch 4 Unterschriften geleistet und erwarte wohl nächste Woche meine neue Waschmaschine ;-) 


Aber zurück zum Auto, wir sind dann zum Parkhaus gegangen, haben dort den Schlüssel für unser Gefährt bekommen und uns auf die Suche nach seinem genauen Standplatz gemacht, nach ein paar Metern standen wir dann vor einem rot-metallic farbenen Ford Escape. Der erste Anblick des Autos wurde dann von Christiane auch direkt durch ein mädchenhaften Laut untermalt, ich habe leider nicht verstanden, was sie sagte oder sagen wollte, aber ihr Lächeln war doch sehr verzückt. Ich glaube, das lag an der Farbe.
In den USA ist dieses Auto ein Midsize SUV, in D wäre es mit einem Audi Q3/ Ford Kuga/ VW Tiguan zu vergleichen. Also für unsere Verhältnisse ein total unnützes Gefährt, aber wir hatten/ haben ja noch einiges vor.





Zu den Details: ich konnte leider nicht das Baujahr ausfindig machen, sondern nur, dass es sich um ein Modell 2008 – 2012 handelt. Einen 2.5L 4 Zylinder Motor besitzt, jaaaa keinen saufenden 6 oder 8 Zylinder und getönte Scheiben, ein sehr wichtiges Detail, dass es keine Abdeckungen für den Kofferraum vom Vermieter Dollar gibt. Unser Red-Devil hat grandiose 177 PS und verbraucht 1 Gallone Regular 87Oktan Gas auf 27.2 Meilen. Für die unter euch, die jetzt nicht rechnen wollen und das zu viel Technik Details waren: 177 PS, 8.6 L normal Bezin auf 100 km. Der Verbrauch alleine ist schon echt nicht schlecht, für einen Wagen dieser Größe. Was man nicht vergessen darf, hier darf max. ca. 120 km/h gefahren werden. Was den Verbrauch schon sehr positiv beeinflusst. Uns hilft das nur beim sparen.


Die Fahrleistungen klingen auf dem Papier auch fantastisch und klingen ist hier auch das richtige Stichwort, tritt man auf das Gas, dann glaubt man, in einem Sportwagen zu sitzen, der Motor heult schön kernig auf, aber leider geht es nicht voran. Man hat das Gefühl, dass man festgehalten wird oder irgendwas am Getriebe defekt ist. Naja Automatik halt und zuweilen auf unserer Reise auch sehr komisch im Schaltverhalten.
Dieses Verhalten hat für so manchen Lacher beim Auffahren auf einen der vielen Highways beigetragen, weil man es einfach anderes gewöhnt ist. Und daher auch der Name Red Devil, nicht weil es wie Luzifer persönlich abgeht, nein - weil ein falsch getimtes Überholen einen einfach zur Hölle fahren lässt. Unterstrichen wird dieses Gefühl noch von den maßlos schlechten Bremsen und dem schwammigen Fahrverhalten. Aber wer braucht schon Bremsen oder ein gutes Fahrwerk, die Strassen hier sind kerzengerade und man kann schon aus einer Meile sehen, wer bremst und das wiederum macht ein sehr sicheres Gefühl. Das Fahren alleine ist schon ein Erlebnis, alle sind seeehr defensiv, Stoppschilder überall und die Geschwindigkeiten sind auch nicht sooo schnell. Das macht das Fahren sehr enspannend, wenn auch gleich langweilig, auf einem 350 Meilen Abschnitt. Was ich überhaupt nicht vermisse ist das hektische deutsche Fahrverhalten. Alles sehr entspannt hier. 


Kommen wir nun zum praktischen Aspekt, unseres Red Devil. Der Kofferraum ist riesengroß, alle unsere Koffer passen wunderbar hinein und was wir für die Fahrt brauchen steht auf der Rückbank, einfach Platz ohne Ende. Da kann sich so mancher Kombi zuhause eine Scheibe von abschneiden.
Zu guter Letzt noch eine kleine Anekdote zur unglaublichen Außengröße, unser Red Devil, man bedenke ein Midsize SUV, ist für amerikanische Verhältnisse einfach gesagt, klein. Wir parkten inmitten von anderen SUV’s und konnten unseren Red Devil einfach nicht mehr ausmachen. Er war umringt von Dogde RAM’s und anderen noch größeren SUV’s diverser Hersteller. Einfach unglaublich, die schiere Größe der amerikanischen Fahrzeuge im Vergleich zu sehen. 




Abschließend muss ich wirklich zugeben, dass das Reisen und die langen Strecken die wir mitunter zurücklegen, in unserem Red Devil einfach Spaß machen und weniger anstrengend sind, als man denkt, der Komfort, den er bietet ist, einfach genial und es ist einfach toll mit ihm in den Sonnenuntergang zu fahren. Möge sich die Hölle dahinter nicht auftun ;-)

Donnerstag, 30. August 2012

Williams, Arizona!

Heute sind wir in Williams, Arizona angekommen. Ein sehr schnuckliger, kleiner Ort mit knapp 6.000 Einwohnern.

Wir sind im "best Motel in town" abgestiegen - nachdem wir uns vier oder fünf andere auch angeschaut hatten und dem Werbespruch reinen Herzens zustimmen konnten ;-)

Morgen fahren wir dann weiter zum Grand Canyon, der ca. 60 Meilen entfernt ist. Ich bin schon ganz gespannt :-)

Williams jedenfalls ist nach Las Vegas eine tolle Abwechslung, drumrum sind Hügel und Nadelwälder, man riecht die Tannen (oder was für Nadelbäume auch immer) im ganzen Ort und wir haben im örtlichen Steakhaus zu Abend gegessen.

Davor waren zwei Stiere in einem kleinen, runden Gehege. Mit riiiiiesigen Hörnern!!! Ich als Stadtkind mag die ja lieber aufm Teller und blieb lieber in respektvoller Entfernung, während M. richtig nah ranging und sich anmuhen ließ. Da war ich dann schon halb wieder ins Auto geklettert, in der Hoffnung, dass dieses Gefährt mir Schutz vor den Bestien bietet...

Jaja, die Natur... Ich mag sie ja, aber nur in sanften Dosen ;-)

Las Vegas

Wir haben heute Las Vegas verlassen, nachdem wir dort anderthalb Tage verbracht haben.

Und ganz ehrlich: das reicht!

Wir haben im Aria gewohnt, ein riesiges Hotel mit über 4.000 Zimmern. Recht neu noch, 2009 eröffnet, glaube ich. Es war alles sehr modern und schick, wirklich schnieke.

Allerdings sind aufgrund der schieren Größe des Hotels die Wege immer ellenlang, egal wo man hinmöchte. Und alles ist so gebaut, dass man ständig durch das Casino durch muss - man soll ja zu einem Spielchen verführt werden ;-)

Das führte dann dazu, dass wir vom Parkhaus mit unseren Koffern erstmal 20 Minuten durch das Hotel und Casino bis zur Lobby gepilgert sind, um überhaupt mal einzuchecken.

Von dort dann wieder 5 Minuten durchs Casino zu den Aufzügen laufen, auf unserer Etage dann nochmal ca. 7 Minuten bis zu unserem Zimmer. Mal schnell was vom Zimmer holen, was man vergessen hat, ist da nicht.

Gestern haben wir uns dann den Strip angeschaut - bei 40 Grad im Schatten wirklich kein Vergnügen. Dazu kam dann, dass die Hotels eigentlich alle gleich aufgebaut sind. Sprich, nach dem Eingang kommt erstmal das Casino, nach ellenlangem Wandern vorbei an Slot Machines, Black Jack und Roulette Tischen erreicht man dann im Schnitt nach 15 Minuten die Lobby... Das macht nach dem vierten Hotel dann keinen Spaß mehr (wenn man nicht spielt, was wir zu dem Zeitpunkt nicht getan haben).
Ich wollte mir eigentlich nur mal all die tollen, legendären Hotels anschauen... naja. Im Endeffekt war ich etwas enttäuscht.

Klar, es ist alles sehr beeindruckend. Schon als gegen 21 Uhr Las Vegas leuchtend in der Wüste am Horizont auftauchte, war es toll. Dann nachts über den Strip, man weiß vor lauter Geblinke und Leuchtreklamen gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Die Hotels überbieten sich gegenseitig mit allen möglichen Attraktionen, mit ausgefallener und ausgefeilter Architektur... aber mir war das schließlich irgendwie zu viel, zu aufgesetzt. Und die Hotels unterscheiden sich bis auf ihre Mottos (Venedig, Paris, New York usw.) und die entsprechende Deko halt mal gar nicht.
Keine Ahnung, was ich da erwartet hatte, aber... es war jedenfalls anders.

Mich nervte nach dem dritten Casino schon der eklige süße künstliche Vanille-Geruch, der in die Casinos gepumpt wird (angereichert mit Sauerstoff, damit man beim Spielen nicht müde wird!). Die Casinos waren allesamt recht dunkel gehalten und hatten keine Fenster, damit man drinnen  nicht merkt, wie die Zeit vergeht (sprich: wie lange man schon gezockt hat). Funktioniert übrigens.
Man ist dann doch überrrascht, wenn man draußen in den strahlenden Sonnenschein tritt. Sobald man den Ausgang gefunden hat, natürlich.
Der wird nämlich meist nicht ausgeschildert, damit man möglichst lange im Casino bleibt (und wenn man sich nur verlaufen hat). Sämtliche Hinweisschilder führen einen auf dem längst möglichen Weg zum Ziel - genau, damit man möglichst lange im Casino bleibt.

Am Nachmittag haben wir uns daher auf den Rückweg zu unserem Hotel gemacht, weil es einfach ZU heiß war und wir nach dem vierten Hotel dann nicht mehr wirklich interessiert waren.

Unser Hotel hatte 16 Restaurants, eins teurer als das andere ;-) Außerdem zwei Nachtclubs und mehrere Bars... ich hab mir gestern dann mal einen Mojito für 18 Dollar gegönnt. Gut, eigentlich zwei...

Wir haben natürlich auch eine Show besucht, und zwar Cirque du Soleil - Viva Elvis. Das riesengroße Theater befand sich auch im Aria. Die Show war auch wirklich grandios, total toll!

Später haben wir dann auch gespielt, ich hab innerhalb von drei Minuten 50 Dollar beim Black Jack verloren. Da haben wir dann zu Roulette gewechselt (obwohl da die Gewinnchance NOCH geringer ist). Hach ja, wir hatten Spaß :-) Wir haben unser Gambling-Budget verspielt und dann brav aufgehört.
Insgesamt dauerte das nur 10 Minuten, hihi. Allerdings frage ich mich dann, wieviel die Leute verspielen, die da Stunde um Stunde sitzen? Schon Hammer...

Mein Fazit zu Las Vegas - ist okay, aber es gibt (für mich) tausend tollere Städte, glaub ich. Und wenn man nicht das Geld hat, um mal eben ein paar Hunderter (oder eher mehr) zu verspielen, ist es natürlich auch einigermaßen witzlos ;-)

Hier ein (!) Foto für euch - und das eine hat mich einige Nerven gekostet, es hochzuladen ;-)

Bellagio und Caesars Palace

Ich denke, ich werde Fotos nachreichen, wenn ich wieder zuhause bin ;-)

Montag, 27. August 2012

Von San Francisco bis Los Angeles

Ich gebe ja zu, so richtig klappt das mit dem regelmäßigen Bloggen nicht, wenn man "on the Road" ist ;-)

Heute Abend sind wir in L.A. angekommen, wo wir im Hotel sogar halbwegs schnelles Internet haben. Ist ja keine Selbstverständlichkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Daher nutze ich diese glückliche Gelegenheit.

Um euch mal auf dem Laufenden zu halten: Samstag haben wir San Francisco Richtung Süden verlassen. Wir sind allerdings nicht weit gekommen, nur bis zum Outlet in Gilroy ;-)

Dort haben wir erstmal ausgiebig geshoppt und haben uns dann in Watsonville ein Nachtquartier gesucht, ein überraschend günstiges und absolut prima Motel.


Am Sonntag sind wir dann nach Monterey gefahren. Nettes Küstenstädtchen mit wirklich schönen Häusern. Ein paar davon hätte ich am liebsten gleich eingepackt.

Von dort sind wir dann den 17-Mile-Drive bis nach Carmel gefahren. Sehr schön, tolle Aussichten.

Aber das tollste war dann doch, als wir endlich auf den Highway #1 an der Küste fuhren.

Der Wahnsinn!

Wir mussten uns alle Nase lang mit dem Fahren abwechseln, damit der jeweils andere auch mal gucken konnte ;-) Denn beim Fahren musste man sich komplett auf die sehr kurvige, schief und schäle Straße konzentrieren.

Wir sind dann bis nach Sonnenuntergang gefahren und haben dann einfach bei einer am Straßenrand gelegenen Lodge angehalten. Dort haben wir glücklicherweise eins der letzten Zimmer bekommen. Es war traumhaft schön, mit perfekter Aussicht auf den Pazifik und auf der anderen Seite die Hügel der Küste... Hach!

Heute sind wir dann den ganzen Tag den Highway #1 gefahren. Wo es uns gefiel, haben wir angehalten. Herrlich...

Solvang, ein dänisches Dörfchen mitten in Kalifornien, fand ich sehr süß. Und es gab dort richtig leckeres, dänisches Eis! ;-)
Erstaunlich fand ich, dass es in Solvang einfach direkt mal 15 Grad wärmer war als an der Küste, nämlich gute 35 Grad. Da hieß es gleich mal die kurzen Hosen auspacken ;-)

Von Solvang ging es dann weiter nach Santa Barbara, auch sehr hübsch. Weniger dänisch, dafür mehr mexikanisch ;-)

Und von hier ging es dann noch weiter nach Los Angeles, quer durch Malibu, die Strandvillen bewundern und schließlich landeten wir in Santa Monica. Hier haben wir uns ein nettes kleines Hotel gesucht und sind erst mal an den Strand gegangen ;-)

Heute sind wir ziemlich erledigt, die Fahrerei und die Temperaturwechsel strengen doch ein bißchen an...

Morgen schauen wir uns noch ein wenig L.A. an und werden dann nach einem kurzen Zwischenstop in Pasadena (Cheesecake Factory!) nach Las Vegas fahren.

Fotos (ich hab ungefähr hunderttausend gemacht *g*) gibt heute leider nicht, da reicht dann die Bandbreite doch nicht aus...

Freitag, 24. August 2012

Goodbye San Francisco

Nun ist es soweit - der letzte Abend in San Francisco. Ganz ehrlich, mein Herz ist unglaublich schwer.

Die letzten Tage mit M. waren natürlich total schön und wir haben unheimlich viel unternommen, daher auch so wenig (nämlich keine) Blogeinträge. Ich bin einfach nicht dazu gekommen.

Aber ich gebe euch mal einen kurzen Abriß ;-) Posts folgen dann! Jedenfalls soweit ihr die Unternehmungen nicht schon von mir kennt

Montag: M. kommt an.

Dienstag: Fishermans Wharf, Cable Car fahren, Pier 39, Cold Stone (!), Coit Tower, Ferry Building, Financial District, Chinatown - der Tag endete beim Chinesen um die Ecke ;-) Sehr lecker...
Die Bilder sind leider mit dem iPhone gemacht und ein bißchen verwackelt.

Shanghai Spring Rolls

Gyoza

General Tsao´s Chicken

Beef Szechuan


Mittwoch: wir haben uns Fahrräder gemietet und sind von der Fishermans Wharf an der Bay entlang bis zur Golden Gate Bridge gefahren, dann über die Brücke und rüber nach Sausalito und dann mit der Fähre (samt Fahrrad) zurück... Klingt anstrengend, war es auch ;-)

Donnerstag: Tour nach Alcatraz! War das supercool!!! Hierzu wird es natürlich bald einen eigenen Post geben, das hat echt Spaß gemacht und war sehr beeindruckend. Abends waren wir peruanisch im Limon in der Mission essen. Und ich wette, es gab in dem ganzen Laden keinen einzigen Peruaner, die sahen alle verdächtig mexikanisch aus ;-) Aber lecker wars trotzdem!

Freitag (heute sozusagen): amerikanisches Frühstück bei Lori´s Diner, ein bißchen Shopping, Waschsalon, Koffer packen und heute abend waren wir dann mit einer sehr netten Kollegin (derjenigen, die die Cocktailparty für uns geschmissen hat) und ein paar weiteren Leuten hier in der Neighbourhood nett essen.

Hach! Hab ich schon gesagt, dass ich sehr traurig bin, dass ich San Francisco morgen verlassen muss? Es stimmt absolut, wenn alle sagen (jetzt mal auf deutsch): Wenn du einmal in San Francisco warst, dann läßt du dein Herz dort.

Samstag, 18. August 2012

Exit Interview

Das Exit Interview gestern war übrigens total unspektakulär. Es ging da nur darum, dass ich alles an Kanzlei-Eigentum zurückgebe, was mir ausgehändigt wurde.

Das war in meinem Fall nicht viel, nämlich nur die Key-Card.

Trotzdem wurde ich in ein fensterloses Kabuff gebeten und von einem grimmig aussehenden Typen annähernd verhört *g*

Das lief ungefähr so:

Er: Key-Card?
Ich: Yes. (überreiche dieselbige dabei)
Er: Blackberry?
Ich: No.
Er: Seriously?
Ich: Yes! (dabei kräftig nickend)
Er: So you didn´t get a blackberry?
Ich: No, I didn´t need a blackberry.
Er: Hmmm... (schreibt dabei irgendwas auf)
Er: Keys?
Ich: No.
Er: You don´t have any keys?
Ich: No, I don´t.
Er: (ernster Blick)
Ich: (fröhlich lächelnd zurückguckend)
Er: Hmmm... (schreibt wieder was auf)

Danach hieß es noch Formulare ausfüllen und ich wurde noch genauestens über meine persönlichen Daten befragt (was ebenfalls in ein gesondertes Formular eingetragen wurde), falls die Kanzlei mich nochmal erreichen möchte. Das ist natürlich auch gerechtfertigt, kann ja immer mal was sein.

Und es ist ja nicht so, dass meine Adresse bereits in meinem der Kanzlei in mehrfacher Ausfertigung vorliegendem Lebenslauf enthalten wäre.
Oder auf meinem Personalausweis draufsteht, den ich in Kopie hinterlegen musste.
Oder notiert ist in einem der 17 Formulare, die ich an meinem ersten Tag in der Kanzlei ausfüllen musste.

Die Amerikaner sind halt gründlich. Manchmal. Oder einfach vergeßlich ;-)
Aber vor allem lieben sie Formulare, für alles! Wer glaubt, Deutschland sei bürokratisch, der war noch nicht in den USA ;-)


Freitag, 17. August 2012

Letzter Tag in der Kanzlei

Heute ist mein letzter Tag in der Kanzlei.

Ich muss sagen, dass ich schon ganz schön traurig bin, die Zeit ging viel zu schnell rum und bald "muss" ich wieder nach Hause.
San Francisco ist einfach eine wirklich tolle Stadt, die ich sehr ungern verlasse. Ich weiss aber jetzt schon, dass ich auf jeden Fall zurückkommen werde!

So, genug rumgeheult ;-)

Meine Cupcake-Party gestern war toll, es gab haufenweise Mini-Cupcakes verschiedener Geschmacksrichtungen wie etwa Salted Caramel, Vanille, Schoko, Erdbeer, Lemon, Red Velvet und Käsekuchen. Yammy!

Leider war ich von meinem ebenso leckeren Lunch mit einem der Senior Counsel in einem der Top-Restaurants von San Francisco (logo, drunter machen die es hier ja nicht!) noch total satt. Aber ich will mich mal nicht beschweren!

Zurück zur Cupcake-Party - Es kamen echt viele Leute vorbei, um sich zu verabschieden. Das hat mich wirklich gefreut, ich sah mich nämlich gedanklich schon einsam inmitten von Tausenden Cupcakes in dem riesigen gläsernen Meeting Room stehen und keiner kommt.

Aber so wars ja nicht, alle waren total nett und wünschten mir alles Gute, meinten ich solle sie auf jeden Fall nochmal besuchen kommen und überhaupt müsste ich doch gar nicht weggehen ;-)
Meine Sekretärin meinte, ich wäre die beste Chefin, die sie je hatte - weil ich ihr nämlich quasi nie was zu tun gegeben habe *g*
Zwischendurch wurde ich sehr liebevoll gedrückt und geherzt, mitunter von Leuten, die ich da eigentlich das erste Mal bewusst wahrgenommen hab. Aber was solls ;-)

Meine Projekte habe ich auch alle schon abgeschlossen, also habe ich heute nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun... außer natürlich auf meinen Abschiedslunch und die Happy Hour zu warten ;-)

Ach ja, und ein Exit Interview muss ich noch führen - bin mal gespannt, was darunter zu verstehen ist.